Werbeblog – Kommerz, Konsum und mein Blog

Patricia von Fiktive Welten fragt diese Woche im Rahmen des Follow Friday:

Warum gibt es auf deinem Blog (keine) Affiliate-Links und/oder sonstige Werbung?

Damit greift sie eine Diskussion auf, die Thorsten begonnen hat. Ich greife beide Blogartikel auf und fusioniere sie eiskalt zu einen Werbeblock in meinem Weblog.

Follow Friday Logo von Fiktive Welten

Weitere Informationen und viele tolle Artikel zu dieser Thematik finden sich im Post auf Fiktive Welten und den dazugehörigen Kommentaren

Warum gibt es keine Werbung bei mir?

Ein Satz: Ich finde Werbung nervig, daher will ich sie nicht sehen und auch niemanden zumuten, sie ertragen zu müssen. Es gibt dafür mehrere Gründe. Werbung ist nichtssagend und fördert den bedürfnislosen Konsum. Hat jemand schon einmal bewusst auf ein Werbebanner geklickt? Wahrscheinlich die Wenigsten. Und wenn man aus Versehen darauf drückt, öffnen sich Popups oder merkwürdige Seiten. Sicher es gibt auch die seriösen Anbieter.
Die wirkliche Frage ist aber, braucht man das beworbene Produkt? Für mich ist Werbung absolut sinnbefreit und bietet mir und den Lesern keinen Mehrwert*.

Schöne heile Welt

Affiliate-Links finde ich persönlich in Ordnung, ich verwende sie aber dennoch nicht. Zum einen weil ich niemanden bevormunden will, wo er kauft, denn es gibt gegen einige Internethändler Abneigungen. Ich verstehe das. Ich habe aber auf Grund meiner Bequemlichkeit und des guten Angebots, die Segel gestrichen und fröne den überaus angenehmen Konsum. Trotzdem möchte ich niemande verleiten, mir auf die dunkle Seite zu folgen.
Außerdem bin ich ein ausgesprochen fauler Mensch wenn es darum geht, URLs zu erzeugen und sie im Blog einzubauen. Abgesehen davon, hätte ich auch gar nicht so viel Produkte, die ich verlinken könnte.

Warum sollte ich das ganze auch machen? Und jetzt kommen wir zum Sternchen *. Der Leser hat definitiv keine Vorteile von Werbung. Ich als Blogger könnte indes etwas Geld einnehmen, Einnahmen sind immer positiv. Wenn ich die Kosten für Gelbe Zeichen ausrechne, komme ich auf ca. 3 € im Monat. Premium Themes, Plugins etc. ausgeklammert, ich nutze sie nur, weil ich gerne bastle. Würde ich sie einrechnen, kostet mich der Spaß in diesem Jahr bis jetzt 100 €, das ist aber nicht jedes Jahr so (Ich hab ein neues Theme. yeah!). Würde ich weniger als die laufenden Kosten durch Werbung einnehmen – und wir reden hier von 3 €/Monat – müsste ich Banner einbauen, Affiliate-Links generieren und setzen, ich hätte eine Anzeigepflicht gegenüber dem Finanzamt und die Seite würde definitiv als geschäftsmäßig gelten. Sagte ich schon, dass ich faul bin? Sorry, das ist es mir nicht wert.
Würde ich alle Kosten abdecken bzw. auf 120 € im Jahr kommen, fällt das oben erwähnte ebenfalls an. Theoretisch könnte ich alle Ausgaben des Blogs aus den Werbeeinnahmen speisen, allerdings fallen nicht jedes Jahr derartig hohe Ausgaben an. Der Rest wird dann auf dem Sparbuch von der Inflation gefressen, fließt in das Haushaltsgeld oder macht mir ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht mehr oder besseren Content liefere.

Es hat aber auch mit meinem Selbstverständnis zu tun. Das ist ein Hobbyblog, ich habe keine Ambitionen Profiblogger zu sein oder vom Schreiben leben zu können. Ich habe dafür gewiss andere Träume und Prioritäten 😉 Wenn ich auf ein Konzert, ins Theater oder Kino gehe, erwarte ich nicht, Geld zu bekommen. Im Gegenteil, ich gebe mitunter sehr viel aus. Dieser Blog ist (m)eine Entspannung!

Werbung ist nicht immer sinnvoll. CC0 nguyenhuynhmai
Werbung in anderen Blogs

Jetzt kommen wir zu dem Teil, der bei Thorsten angesprochen wurde. Ich möchte auch noch betonnen, dass der vorherige Abschnitt meine Meinung dazu widerspiegelt, warum ich auf meinen Blog keine Werbung einblende. Wie jemand anderes damit umgeht ist seine Sache. Dein Blog, deine Regeln!

Bei Werbung auf Blogs gibt es zwei Arten: Werbefinanzierte Hoster oder selbst eingebaute Reklame. Gelbe Zeichen war auch mal auf WP.com! Es ist gar nicht mal so schlecht einen Hoster zu nehmen: Der Blog wird regelmäßig gewartet, alle Plugins sind geprüft und man hat ausreichend Webspace für lau. Ich schrieb von meiner Bequemlichkeit: Webhoster wären Ideal für mich. Ehrlich gesagt bin ich auch nicht wegen der Werbung umgezogen, sondern weil ich ausreichend eigenen Webspace habe und ich gerne im Quellcode rumfummle, thats all.
Grundsätzlich finde ich die Möglichkeit kostenfrei seine Meinung zu verbloggen gut. Das die Anbieter sich durch Werbung refinanzieren wollen ist verständlich. Allerdings schrieb ich schon mal bei einem anderen Beitrag über Social Networks, dass man nicht wirklich Herr im eigenen Haus ist, eher so Mieter. Denn wer nichts zahlt, hat auch keinen Anspruch auf den Dienst oder wie sein Content dargestellt wird.

Wer aktiv Werbung schaltet, ist sich wahrscheinlich aller Eventualitäten bewusst. Es ist eine freie Entscheidung, die ich akzeptieren kann: Solange mein Adblocker alles wegsaugt und ich auch sonst keine Blingblings sehen muss. Werbung ist ein Grund dafür, warum ich bei einer größeren Filmcommunity nicht mehr aktiv bin. Aber auch Popups für Newsletter oder Gewinnspiele schrecken mich eher ab.

Was Marketing angeht sind die Amis vorbildlich. Patreon ist eine ziemlich geniale Sache. Denn es geht im Prinzip darum, dass ein Patron (finanziell bessergestellter Unterstützer) jemanden ermöglicht, seine Kunst auszuüben. Dieses Model ist ziemlich alt, in der Antike gab es das schon. Ich sehe auf amerikanischen Blogs, weniger auf deutschen, oft einen entsprechenden Button. Ich glaube aber, dass dann auch tatsächlich mehr Arbeit in die Seiten fließt, als in ein reines Freizeitprojekt.

Abschließend kann ich sagen, ich schätze aktive Unterstützung einer Seite durch klicken eines Affiliate-Links oder Patreon mehr, als passive Berieselung durch Banner und Popups. Wenn diese aber vom Adblocker weggeschluckt werden, ist es mir logischerweise egal. Werden Adblocker-Blocker verwendet, bin ich eh raus 😉 .

5 Kommentare

  1. Bloggen als Vollzeitjob hätte zeitweise vielleicht sogar was. Ob ich das allerdings mein Leben lang durchziehen wollte, weiß ich nicht. Kommt auf das Drumherum an, die non-digitalen Kontakte usw. usf. Jahrzehnte im stillen Kämmerlein wäre trotz aller Bequemlichkeit nicht meins.

    Aber gut, selbst wenn ich meine Rezensionen via Affiliate zur dunklen Seite verlinken würde, wäre ich noch far away vom professionellen Berufsblogger. Darum erspare ich mir die Anzeigepflicht und ggf. lästige Links und Hinweise. Banner und Popups kämen mir absichtlich ohnehin nie auf den Blog.

    Auf anderen Seiten empfinde ich Werbung und oft auch Affiliatelinks und -hinweise teils schon als lästig. Dezent eingebettet, sind sie ok, muss ich scrollen und kurven wie betrunken, habe ich keine Lust mehr auf den Beitrag. Meine Unterstützung bliebe wohl eh aus, da ich kein typischer Online-Käufer bin. ;o)

    Liebe Grüße
    Patricia

    1. Profibloggen wäre mir persönlich zu anstrengend. Ich kann keine Deadlines einhalten und wenn es kein Thema gibt oder ich keine Lust habe, will ich nicht bloggen müssen. Ich habe echt Respekt vor Leuten, die davon leben, zumal es auch meist ein langer Weg ist bis man dahin kommt.
      Allerdings glaube ich auch nicht, dass ein Blogger alleine von Werbung wirklich leben kann. Werbeeinnahmen schwanken; Fixkosten bleiben. Beispielsweise Sascha Lobo lebt von seinen Beratungshonoraren, die er auf Grund seiner Tätigkeit als Blogger einkassieren kann… oder von seinen Büchern. Andere Blogger vertreiben Mode, Kosmetik, schreiben Bücher what ever. Als Blogger kann man schnell selber zur Marke werden, was auch ok ist.

      Ich hatte mal in einem anderen Zusammenhang ausgerechnet, wie viel ich einnehmen müsste, um meinen Lebenstandard zu halten. Man vergisst, dass man Krankenversicherung, Altersvorsorge und Zeiten in denen man z.B. auf Grund von Krankheit nicht arbeiten (bloggen) kann, ebenfalls finanzieren muss. Da kam eine Summe raus, die ich unmöglich mit einen Rollenspielblog einnehmen kann 🙂

  2. Ich hab ja den Eindruck, dass du es dir mit deiner Einstellung zur Werbung ein bisschen leicht machst.
    Grundsätzlich ist die ja was ganz Gutes, und ich hab auch schon desöfteren davon profitiert.
    Dass sie oft schlecht oder auch unaufrichtig ist, ändert am Prinzip wenig für mich. Sind die meisten Nichtwerbetexte ja auch.

    1. Danke für den Kommentar!
      Ich sehe Werbung als solches nicht als etwas positives oder negatives. Es gibt für beide Richtungen auf der Skala Beispiele und auch ich finde bestimmte Werbespots oder Anzeigen witzig oder manchmal tiefsinnig. Mitunter schafft Werbung vertrauen oder hilft bei der Identifizierung eines Produktes. Allerdings ist Werbung was sie ist: Werbung.

      Eine besondere Ausprägung ist aber die Werbung im Netz – und ich meine nicht gekaufte Suchmaschinenplatzierungen – ich rede von bunten, blinkenden und lauten Anzeigen und Bannern, die eine Weiterentwicklung der GIF-Epidemie aus den Anfangszeiten der privaten Homepage zu sein scheinen. Die nerven und haben mMn keinen Mehrwert.

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