Archiv der Kategorie: Cthulhu

Lovecraft, Horror, Rollenspiel und ich

beitrag_cthulhu_neu

Wie ich zum cthuloiden Rollenspiel kam? Spät und über die Literatur von Lovecraft. Ich las den Bericht von Athur Gordon Pym von Poe und hab dann später die Empfehlung bekommen, dass Berge des Wahnsinns eine Fortsetzung sein sollte. Also las ich die Berge des Wahnsinns voller Inbrunst, das war auch von Nöten, den die ziemlich sterile, technische Beschreibung am Anfang ist wohl nicht jedermanns Sache und auch ich überflog diese Zeilen. Doch es wurde besser, sogar so gut, dass ich ich mir mehr Bücher von HPL anschaffte und ich die Geschichten, bis auf einige Ausnahmen bestimmt schon ein dutzendmal gelesen und auch gehört habe.

Beim Lesen kam mir allerdings nie ein Gefühl des Gruselns oder der Angst. Vielmehr war ich fasziniert von der Beschreibung in z.B. Die Stadt ohne Namen, Schatten aus der Zeit oder eben auch Berge des Wahnsinns. Die schiere Größe der Architektur machen die Menschen klein und zeigt, dass der Mensch nichts weiter als ein Affe ist, der grade gelernt hat, Termiten mit einen Stock aus einen Baumstumpf zu pulen. Dabei stellen wir keine Bedrohung für diese Wesen dar, weswegen diese auch keinen allgemeinen Groll gegen uns hegen, wie wir Menschen auch keinen Groll gegen unsere Nutztiere hegen. Dieses Bild fand ich interessant.

Nachdem ich mit dem Rollenspiel anfing und mich auch etwas bei den Systemen umsah, entdeckte ich Cthulhu als Pen&Paper. Es dauerte danach noch etwas bis ich es endlich spielen konnte bzw. leitete. Ich hatte zwischenzeitlich auch andere Geschichten gelesen, wie Schatten über Innsmouth etc. und ich wollte dieses Gefühl, welches ich beim Lesen hatte, natürlich gerne ins Spiel transportieren. Ich weiß nicht woran es lag, vielleicht hatte ich andere Erwartungen, vielleicht war ich als neuer Spielleiter noch nicht an das System gewöhnt, aber die Stimmung beim Spielen war eine ganz andere als beim Lesen.

Dabei war sie nicht schlecht, im Gegenteil, das Spiel war gut, die Atmosphäre war passend, wenn auch nicht wie erwartet. Es mag daran liegen, dass ich persönlich beim Rollenspiel nicht so sehr in die Geschichte eintauche (Immersion). Als Leiter habe ich da Schwierigkeiten, weil ich auch ein wenig auf die Geschichte, die Spieler, ja und auch auf die Regeln achten sollte. Nach wie vor macht mir Cthulhu riesen Spaß, es ist aber eben nicht vergleichbar mit dem Lesen eines Buches von HPL. Diesen Anspruch hatte das Rollenspiel vermutlich auch nie. Ich finde es immer interessant, wenn Leute darüber erzählen, dass sie Angst hatten, sich gruselten und total in der Geschichte aufgegangen sind. Ich bin da eher jemand, der Spannung und Unterhaltung erlebt und dem diese Art der Immersion fremd bleiben dürfte. Aber Spaß hab ich trotzdem.

Rauschmittel bei Cthulhu

Dies ist ein Beitrag zum Thema Unter Druck des RSP-Karnevals. Den Startbeitrag findet man bei Clawdeen und den Diskussionsthread im RSP-Blog Forum.

Im Cthulhu Setting kommt es häufig vor, dass die Charaktere einer extremen geistigen Belastung ausgesetzt werden. Geht man vom 20er-Jahre Setting aus, bittet es eine Vielzahl an Substanzen die frei verfügbar waren und heute unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Dabei fehlten lediglich Erfahrungswerte und klinische Studien. Aber auch Alkohol und Nikotin sind Mittel, die nach wie vor von Menschen vorzugsweise zur Entspannung konsumiert aber auch missbraucht werden können.

Kleiner Hinweis: Alles bezieht sich aufs Rollenspiel, nicht auf den Gebrauch oder Missbrauch von Rauschmitteln in der Realität!

Logo_RSPKarneval_250px

Rauschmittel bei Cthulhu weiterlesen

Jahreschronik 1925

Egal ob man Cthulhu historisch korrekt spielt oder nicht, kann es nicht schaden, einige Fakten über ein bestimmte Jahr oder Jahrzehnt zu kennen. Vor fast drei Jahren habe ich zum ersten Mal eine Chronik zusammengestellt (für das Jahr 1933). An sich nichts besonderes und die Idee kam aus dem Cthulhu-Forum und war nur gedacht optisch eine Zusammenfassung für die Kampagne Berge des Wahnsinns ansprechend zu gestalten. Nun kam aber die Idee, in der CthulhuWiki eben solche Jahreschroniken wie bei Yog-Sothoth einzubinden.

Eine Zusammenfassung als PDF gibt hier:

Chronik25
Dieses Werk von www.gelbe-zeichen.eu ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Jahreschronik 1925 weiterlesen

Arkham

Dies ist ein Beitrag für die Cthulhu-Wiki.

Arkham ist ein fiktiver Ort in Massachusetts, der eine zentrale Rolle in den Werken Lovecrafts und andere Autoren einnimmt. Vorbild für die Stadt ist das reale Salem mit seiner Geschichte der Hexenprozesse.

Lage und Aufbau

Arkham liegt am, ebenfalls fiktiven, Miskatonic River und ist südlich von Newburyport und nördlich von Boston angesiedelt. Auf Grund literarischer Bezüge scheinen die fiktiven Orte Dunwich und Innsmouth in der Nähe zu liegen.

Arkham befindet sich in einer Flussschleife des Miskatonic, westlich von Arkham durchfließt dieser ein ausgedehntes Hügelland um süd-östlich von Arkham zwischen den Ortschaften Innsmouth und Kingsport in den Atlantik zu münden. Arkham selbst liegt auf flachen Schwemmland in einer Heidelandschaft.

Politik und Geschichte

Arkham wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Freidenkern gegründet, die sich von der puritanischen Lebensweise und Geisteshaltung befreien wollten. Erste offizielle Dokumente belegen die Schaffung des Arkham Colleges im Jahre 1692. 1699 erhielt der Ort das Recht auf Selbstverwaltung. Zu den Gründervätern gehörten Jeremiah Armitage, Jebel Whately, Tristram Curwen und Abel Peabody. Einen ersten Zuwachs erhielt die Siedlung durch den Hexenwahn in Salem und Bosten, da viele vor den Repressalien flohen und Arkham die Menschen aufnahm. Darunter sollen auch zwei Hexen mit Namen Goody Fowler und Keziah Mason gewesen sein. Goody Fowler wurde 1704 von einen Mob gelyncht. Ihre Mörder wurden nie angeklagt oder sonst in irgendeiner Weise zur Rechenschaft gezogen.

1806 erschien Arkhams erste Zeitung, die Arkham Gazette.

Im Jahr 1905 brach eine Typhusepidemie aus, die einen Großteil der Bevölkerung das Leben kostete.

Die Stadt hat einen gewählten Bürgermeister und neun ehrenamtliche Stadträte.

Wirtschaft und Soziales

Nach der Unabhängigkeit der USA kam der Seehandel größtenteils zum erliegen und die Textilindustrie wurde zum Standbein der immer städtisch werdenden Gemeinde. Zeitweise war Arkham ein Musterbeispiel der Industrialisierung Neuenglands. Bis zur Überschwemmung 1888, bei der viele Betriebe zerstört oder derart beschädigt wurden, dass sich der Ort nie wieder richtig davon erholte. Heute zählt die Miskatonic Universität zu einen großen Arbeitgeber. Als Studentenstadt haben sich die Geschäfte den Bedürfnissen der Studenten angepasst. Die beiden Krankenhäuser, St. Mary’s Hospital und die psychiatrische Klinik Arkham Sanatorium, gehören auch zu wichtigen Arbeitgebern der Region. Seit Gründung 1939 ist der ortsansässige Verlag Arkham House ebenfalls ein nicht geringer Wirtschaftsfaktor.

Heute existieren noch zwei Lokalzeitungen: Der täglich erscheinende Arkham Advertiser und die Wochenzeitung Saturday Review.

Das soziale Leben ist ebenfalls stark von der Universität geprägt. Viele Veranstaltungen oder Vereine werden von den einzelnen Fakultäten ausgerichtet bzw. von Mitarbeitern der Hochschule unterstützt. Die Arkham Historische Gesellschaft hält einen reichen Fundus an Hintergründen zu Arkhams Geschichte bereit.

Arkham bei Lovecraft
  • Das Bild im Haus (The Picture in the House) (1920); In dieser Kurzgeschichte wird Arkham erstmals erwähnt und dann in weiteren Erzählungen weiterentwickelt
  • Herbert West – der Wiedererwecker (Herbert West – Reanimator) (1922); hier wird erstmals die medizinische Fakultät und die Existenz der Miskatonic Universität erwähnt.
  • Das Unnennbare (The Unnamable) (1925)
  • Das Fest (The Festival) (1925); erwähnt die Existenz des seltenen Buchs Necronomicon in der Bibliothek der Miskatonic-Universität
  • Die Farbe aus dem All (The Colour out of Space) (1927); erwähnt den geplanten Bau eines Stausees.
  • Das Grauen von Dunwich (The Dunwich Horror) (1929)
  • Der Flüsterer im Dunkeln (Whisperer in Darkness) (1931); erwähnt die Existenz des seltenen Buchs Necronomicon in der Bibliothek der Miskatonic-Universität
  • Berge des Wahnsinns (At the Mountains of Madness) (1936); erwähnt die Übertragung einer Expedition der Miskatonic Universität über den Lokalsender des Arkham Advertiser.
  • Schatten über Innsmouth (The Shadow Over Innsmouth) (1936); erwähnt erstmals die „Arkham Historical Society“
  • Träume im Hexenhaus (The Dreams in the Witch House) (1933); spielt in den verwinkelten Gassen des Stadtteils French Hill
  • Durch die Tore des Silberschlüssels (Through the Gates of the Silver Key) (1934)
  • Das Ding auf der Schwelle (The Thing on the Doorstep) (1937); erwähnt erstmals die psychiatrische Anstalt Arkham Sanitarium
  • Der Schatten aus der Zeit (The Shadow out of Time) (1936)(Angaben in Klammern beziehen sich auf das Veröffentlichungsjahr)
Arkham als Ort im Rollenspiel
  • Arkham Unveiled; Chaosium 1990; Quellenband zu Arkham
  • Arkham – Hexenstadt am Miskatonic, Pegasus 2009, Quellenband zu Arkham
In Arkham spielende Abenteuer

folgt…

Silent Legions – Alternative zu CoC?

Silent Legions wurde nun fertig gekickstartert und ist für die normalen Kunden verfügbar. Grund genug genauer hinzusehen und zu prüfen, ob die Versprechen ein schickes neues Horror-Rollenspiel mit Lovecraftbezug herauszubringen, eingehalten wurden. In der Einleitung ist zu lesen, dass wir es hier mit einem auf sandboxing ausgelegten System zu tun haben, welches uns die Möglichkeit bietet einen eigenen Mythos, eigene Götter und eigene Alienrassen zu erschaffen. Daneben sollen wir leicht aus Fabeln und Sagen bekannte Monster ins Spiel konvertieren können. Kevin Crawford, der Herausgeber, wendet in Silent Legions eine bereits aus seinem frei verfügbaren Sci-Fi Rollenspiel Stars without Number bekannte Technik an: Kulte. Kulte sind eigentlich nichts anderes als Organisationen, die als Gegenspieler der Ermittler auftreten. Dabei haben diese eigene Ziele und entwickeln sich im Laufe der Zeit immer weiter.

Nicht zuletzt weil man hier exzellent für andere System plündern können sollte, aber auch weil es sich als System sehr gut anhört, habe ich es mir einfach mal gegönnt und arbeite mich an den o.g. Punkten ab.
Silent Legions – Alternative zu CoC? weiterlesen