Der Winter naht – Bestiarium des Winters

Artikel überarbeitet am 15.02.2017

Dies ist kein Artikel über das Game of Thrones RPG, welches ich durchaus in letzter Zeit vermehrt beobachte, sondern ein Beitrag für den aktuellen Karneval der Rollenspielblogs. Den Eröffnungsbeitrag findet man hier.

Die Charaktere sollten sich ihre Schneeschuhe schnüren, denn die Jahreszeit ist eisig. In vielen Kulturen fällt dem Winter eine besondere Bedeutung zu. Im Kreislauf der Jahreszeiten steht er analog zum Lebenszyklus für das Ende. Der Winter ist darüber hinaus nicht an ein festes Datum gebunden, sondern fast permanent irgendwo auf der Welt zu finden. Ob Fantasy- oder reales Setting, es gibt Plätze, verschneit, kalt, unwirtlich, die einem eine Gänsehaut verursachen… und nicht nur aus den erwähnten Gründen!

Stolz präsentiere ich das Bestiarium frigoris Teil I

Der Eisbär
Dieser putzige kleine Schmuseteddy gehört zu den größten auf dem landlebenden Raubtieren, er wiegt 400 bis 500kg und kann von der Schwanzspitze bis zum Näschen 2,40 bis in seltenen Fällen 3,60m lang werden. Jedem Abenteuer oder Ermittler ist daher zur Vorsicht geraten, denn im bärischen Rausch zerfetzen die Pranken oder scharfen Zähne alles was ihnen im Weg steht. Der Bär als solches ist reiner Fleischfresser und steht in seinem bevorzugten Siedlungsgebiet an der Spitze der Nahrungskette. Es ist auch nicht ratsam ihm diesen Titel streitig zu machen, Menschen sieht er weniger als Konkurrenz denn als leichte Beute an. Zudem verfügt er über einen überdurchschnittlichen Geruchssinn. Eisbären sind äußerst kräftig, nicht so leicht zu verwunden und schnell. Weglaufen ist immer die falsche Taktik, im Falle eines Angriffs sollte man versuchen einen stabilen Baum oder dergleichen hoch zu klettern. Meist existieren in der Arktis aber keine geeigneten Gehölze!

Legendär sind die Sagen der Inuit über den König der Eisbären. Nanook so sein Name, soll über den Mut von Menschenjägern befunden haben und erst wenn dieser ausreichend war, wurde die Jagd zu einem Erfolg.

Anzutreffen sind Eisbären in arktischen Regionen und dort in Küstennähe, Siedlungen der Menschen, gerade in Alaska werden auch von ihm besucht. Meist treibt sie der Hunger oder die Zerstörung ihres Lebensraumes in die Nähe der Menschen. Man soll auch einige Exemplare im Dschungel gesehen haben (Lost). Eisbären sind meist alleine oder zu zweit anzutreffen und tagaktiv.

Der Wolf (Polarwolf)
Der Wolf war vor seiner Bejagung und starken Dezimierung im 19. Jahrhundert fast überall auf der Welt heimisch gewesen. Seine Art ist vielfältig auf Grund der Anpassung an dem jeweiligen Lebensraum. Die Exemplare die an den kalten Waldgrenzen des Nordens leben, gehören mit einer Schulterhöhe von 80cm und einer Gesamtlänge vom Kopf bis zum Schwanzansatz von 1,60m sowie einem Gewicht von 80kg zu den größten ihrer Art. Die Fellfarbe variiert, weiß und schwarz sind aber am häufigsten bei den Wölfen des Nordens anzutreffen.

Der Polarwolf, der noch weiter am arktischen Polarkreis lebt, ist etwas kleiner, hat dichteres, meist vollständig weißes Fell.

Wölfe haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Gerade Polarwölfe könnten alleine in der Kälte nicht überleben und schließen sich in Rudeln mit 10 oder in seltenen Fällen an die 30 Tiere zusammen. Dies schlägt sich auch in ihrem Jagdverhalten nieder. Ein erfahrenes Rudel stellt seine Nahrungsversorgung sicher indem es meist pflanzenfressende Huftiere reißt. Übergriffe auf den Menschen kommen entweder auf Grund von Tollwuterkrankungen oder Provokationen des Zweibeiners vor und sind entsprechend selten. Der Wolf wird in vielen Kulturen gleichermaßen wegen seines Mutes und Stärke verehrt wie auch wegen seiner Grausamkeit und Wildheit gefürchtet und verachtet. Insbesondere die Römer, die alten Türken, Mongolen und einige amerikanische Ureinwohner beziehen sich in ihren Schöpfungsmythen direkt auf eine Abstammung vom Wolf oder auf eine nicht unerhebliche Hilfe eines Wolfes.

Warg (Worg, Vargr)
Der Warg ist dem Wolf nicht unähnlich. Seinen Ursprung hat er in der nordischen Mythologie und wird oft als Winter Wolf bezeichnet. Er ist erheblich größer als der normale Wolf und erreicht mitunter die Ausmaße eines Bären. Auch ist er meist alleine anzutreffen oder in Rudeln von 6 bis 11 kleineren Exemplaren. Er ist grundsätzlich unberechenbar, tückisch und intelligenter als ein normaler Wolf. Tolkien beschreibt sie als Reittiere der Orks, Sie sind aber bei weitem nicht bloße Lastenträger, sondern erlauben ihren Reiter auf ihren Rücken zu sitzen, somit zählen sie in einer derartigen Kombination als zwei Gegner. Überdies wird von einem kalten Atem berichtet, dem der Warg seinen Gegner entgegen hauchen kann. Wargen sind gegen Kälte unempfindlich, reagieren aber äußerst empfindlich auf Hitze und Feuer.

Yeti
Der Yeti hat viele Namen bzw. gibt es viele Geschöpfe, die man als Yeti bezeichnet. Bigfoot, Sasquatch, Yowie oder Schneemensch. Alle werden als großgewachsene Affenmenschen beschrieben. Der Yeti ist größer als ein Mensch, mitunter sollen sogar Wesen von annähernd drei Metern gesehen worden sein und entsprechend 200 bis 250kg auf die Waage bringen. Sie sind körperlich stark und in ihrem Lebensraum, den schneebedeckten Bergen, äußerst schnell, insbesondere beim Klettern. Auch wird behauptet, dass dämonisches Blut durch ihre Adern fließt. Yetis sind meist alleine unterwegs können aber auch Gemeinschaften von 3 bis 8 Exemplaren bilden. Ihre Kraft lässt ihre Arme und Fäuste zu tödlichen Schlagwaffen werden. Die anscheinend nahe Verwandtschaft zum Affen können ihre langen Arme und ihre flache sowie breite Nase bezeugen. Sie sind vollständig mit dichten und langem Haar oder Fell bedeckt, mit Ausnahme einiger Gesichtspartien und den Handinnen- und Fußunterseiten (entsprechend anderer Primatenarten). Der Yeti wurde vermehrt im Himalaja gesichtet und weist eine schneeweiße Haarfarbe auf. Das nordamerikanische Pendant, der Bigfoot oder Sasquatch sowie der australische Yowie haben eine dunklere, braune Färbung, unterscheiden sich derweil auch in anderen Kleinigkeiten und stellen so wahrscheinlich lokale, evolutionsbedingte Variationen dar. Der bevorzugte Lebensraum sind die verschneiten Berge Zentralasiens. Der Yeti begegnet dem Menschen mit Argwohn oder Aggressivität.

Wampa
Jenseits unseres Sternensystems befinden sich zahlreiche Eisplaneten. Eine dort angesiedelte Art, die Wampas, sind den irdischen Yeti nicht unähnlich. Sie haben lediglich Hörner und schärfere Klauen und Zähne. Sie jagen nicht aus Hunger, ihre Beute fangen sie schon weit vorher. In ihren ausgegrabenen Höhlen aus Eis und Schnee hängen sie meist ihre Beute zum späteren Verzehr auf. Begegnen sich zwei Wampas in der freien Wildbahn, bekämpfen sie sich meist, ob bis zum tot oder nur bis der unterlegene die Flucht ergreift ist nicht eindeutig belegt. Für unvorbereitete Menschen stellen sie eine Gefahr dar, da das Klima auf ihrer Seite ist.

Schneetrolle
Trolle sind mythologische Gestalten des Nordens. Schnee- oder Eistrolle sind hingegen Unterarten, geboren aus der populären Kultur, da sie eigentlich die ursprüngliche Art von Trollen sind. Es gibt weitere Unterscheidungen wie Berg- oder Steintrolle aber auch Brückentrolle soll man beobachtet haben. Schnee- oder Eistrolle sind groß und dürr, ihre Gliedmaßen erinnern an vertrocknete, lange Äste und ihr Kopf ist oval, fast rechteckig. In anderen Überlieferungen sind sie als beleibte, plumpe Fleischmassen beschrieben. Ihr Aussehen reicht Schilderungen nach sogar bis zu sympathischen Hutzelmännchen. Diese Vielfalt in der Wahrnehmung liegt darin begründet, dass das Wort Troll eigentlich nur Unhold bedeutet, sprachwissenschaftlich spielt auch zaubern und rollen, wanken in das Wort Troll mit hinein. Wie dem auch sei, viele Quellen berichten von einer nahezu Unmöglichkeit einen Troll zu töten. Unter anderem kann dies an einer starken, magisch bedingten Regenerationskraft des Trollkörpers liegen. Empfindlich reagieren Schneetrolle allerdings auf Feuer und Säure. Es ist daher ratsam, einen scheinbar getöteten Troll zu verbrennen oder ihn mit Säure zu übergießen. Dass diese wohl magischen Wesen bei Sonnenlicht oder UV-Strahlung zu Stein erstarren, ist ein weitverbreiteter Glaube. Diese Art von Troll fühlt sich in kalten Gebieten am wohlsten und kann Temperaturen vertragen, die jenseits der für Menschen erträglichen liegen.

Weiße Wanderer (Die Anderen)
Weit im Norden hinter der Mauer tummeln sich die Weißen Wanderer. Angeblich sollen diese Kreaturen seit Generationen schon ausgemerzt worden sein. Ihre dünnen, menschenähnlichen Körper sind bespannt mit mumienhafter Haut, ihr Haar ist dünn und weiß, ihre Augen blau. Sie sind größer als Menschen und tragen nahezu unzerstörbare Rüstungen und Waffen. Klingen aus Obsidian können sie verletzen bzw. töten. Dabei friert der Leib des Wanderers ausgehend von dem Eintritt des Obsidians ein und lässt den Körper zerspringen. Die Kreaturen tragen ihrerseits Waffen aus dünnen Kristallen, die Stahl so gefrieren lassen, dass er zerfällt (Kälteversprödung). Menschen würden ein Hieb ohne entsprechender Rüstung nicht überleben. Sie besitzen überdies das Wissen über nekromantische Magie und erwecken Verstorbene zum Leben. Diese so erweckten Wiedergänger sind äußerst aggressiv und haben nichts mit dem Wesen gemein, dass sie vorher waren.

Frostwürmer
Ein ausgewachsener Frostwurm erreicht eine Länge von etwas mehr als 10m und ein stattliches Gewicht von über 3,5t. Er liegt meist starr unter dem Schnee oder unter der oberen Erdschicht der Tundra und wartet auf Erschütterungen, die ihm seine Beute ankündigen. Spürt er auch nur die leichteste Vibration, so bewegt er sich schlangenhaft darauf zu und taucht meist vor seinem Ziel auf. Ein markerschütternder Schrei lässt das unvorbereitete Opfer buchstäblich erstarren. Manche Exemplare sollen über einen säurehaltigen Speichel verfügen, den sie über ihre Gegner ergießen. Zumindest ist jedoch ihr mit scharfen Zähnen bestücktes Maul meist das letzte, was diejenigen zu sehen bekommen, die sich in der Nähe einer solchen Bestie befinden. Der Lebensraum der Frostwürmer befindet sich in flachen, mit Schnee bedeckten Regionen. Frostwürmer sind ausgesprochene Einzelgänger, in seltensten Fällen leben zwei ihrer Gattung friedlich zusammen. Meist sehen sie in anderen ihrer Art einen Konkurrenten. Gelingt es einem einen Frostwurm zu töten, explodiert meist der Körper des Wurms und die gefrorenen Brocken können noch gefährlich werden. Da sie unbedacht alles Fressen, ist es eine gute Methode, Sprengstoff in ihren Schlund zu werfen und so schnell und so weit wie möglich zu rennen. Frostwürmer bewegen sich vornehmlich unter der Oberfläche, weswegen sie immer erst abtauchen, um ihr Opfer ein- oder überholen zu können.

Anschließend eine Liste aller teilnehmenden Beiträge (wie immer), ich möchte aber einen Artikel besonders erwähnen, weil er einen Blick auf die Biologie des Winters wirft und somit zum Bestiarium viel Beitragen kann. Der Beitrag von der Weltenfabrik über die Biologie des Winters.

Den Abschlussartikel findet man hier

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