Buch vs. eBook

Buch vs. eBook

Heute war er in der Post: Mein neuer eBook Reader. Der alte war zwar noch in Ordnung, aber der Bedienkomfort konnte verbessert werden. Als ich mir vor ein paar Jahren meinen alten Reader kaufte, fragte ich mich, ob mir so ein Ding überhaupt nach Hause kommt. Nicht nur wegen Überlegungen, den lokalen Handel etc. zu unterstützen, auch wegen rein technischer Bedenken und auch aus ästhetischen Gründen. Bücher sehen nun einmal besser aus. Um das Weltanschauliche vorweg zu nehmen, den lokalen Buchhandel werde ich nicht retten können, davon bin ich überzeugt. Ich glaube auch nicht, dass es das Ende der Zivilisation wäre, wenn es weniger Buchhandlungen gäbe, aber das ist ein anderes Thema. Über die Technik machte ich mir damals mehr sorgen. Ein Buch kann man einfach lesen für einen eReader braucht man Strom, ein Netz und empfindlicher ist er auch. Aus heutiger Sicht war das eher unbegründet. Klar, ich brauche Strom, aber ich muss ihn nicht permanent aufladen. Der verbaute Akku hält ziemlich lange, er wird durchaus im Laufe seines Lebens immer schwächer, eine Woche hält er aber noch bei häufiger Nutzung durch. Ohne Licht kann ich auch kein Buch lesen, auch hier gibt es Einschränkungen. Ein Netz brauche ich überdies nur dann, wenn ich neue Inhalte haben möchte. Allerdings auch, wenn ein Firmware Update ansteht, kommt zwar nicht sehr oft vor, kann aber mal sein. Zuhause kein Problem unterwegs schon eher, hier muss man aber bedenken, dass man die Netzverbindung nur braucht, um neue eBooks zu laden. Im Urlaub hat man auch nicht alle Bücher bei sich oder kann sie überall kaufen, von daher ist es ausgeglichen, mit leichten Vorteil für den Reader, dort passen nämlich einige Bücher mehr drauf als in einen Koffer reinpassen.
Ein Buch braucht man nicht updaten, es geht auch nicht kaputt, wenn es mal herunterfällt. Allerdings gibt es einen massiven und gewichtigen Vorteil für das eBook und den eReader. Ich kann auf diesen kleinen schwarzen Ding mehr eBooks unterbringen, als Bücher in meinen Regalen. Das Platzproblem ist nicht zu verachten. Ich liebe Bücher, sie schaffen ein angenehmes Klima, dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass man als Bibliophiler über die Jahre einiges an Büchern zusammenträgt.

Was sind aber wirkliche Nachteile des eReaders? Die Vielzahl an Systemen! Ich betrachte das Ganze aus Sicht des Kunden. Für meinen eReader bin ich mehr oder weniger auf den Shop des Anbieters festgelegt. Möchte ich ein eBook mit anderen Format lesen, ist das nicht so einfach. Sollte ich mich für einen eReader eines anderen Herstellers entscheiden, kann ich mir im Zweifelsfall alle eBooks neu kaufen… Nein! Brauch ich nicht, man kann die Formate größtenteils umwandeln, ist aber mit Arbeit verbunden. Arbeit die man sich als Kunde gerne sparen würde. Die Frage ist auch, wie lange ich Zugriff auf meine Inhalte habe? Das hängt zum einen vom Fortbestand des Anbieters meiner eBooks ab zum anderen, dass der Anbieter mir Zugang zu meinen Inhalten gewährt. Sprich, wenn der Anbieter Pleite geht oder aus welchen Gründen mein Kundenkonto sperrt, kuck ich auf ein leeres Display. Inhalte können nachträglich auch geändert oder gelöscht werden, auch wenn die Anbieter versprechen dies nicht (mehr) zu tun.

Für mich überwiegen die Vorteile. Dabei sind es meist Klassiker oder selbst publizierte Werke, die den Weg auf meinen eReader finden, Ausnahmen bestätigen die Regel. Und Lektüre die ich mag, habe ich zusätzlich zum eBook ohnehin als physisches Buch. 100% Zufrieden bin ich aber nicht.

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