Strategie und Taktik im Rollenspiel

Dies ist der Startartikel zum Karneval der Rollenspielblogs für den Monat Juni. Im Forum findet man den eigens hierfür erstellten Thread. Wer wissen möchte, was es überhaupt mit dem Karneval auf sich hat oder wie er funktioniert, findet in diesem Thread alle Antworten.

Nun aber zum Thema dieses Karnevals: Strategie und Taktik im Rollenspiel. Jedes Rollenspiel hat einen strategischen oder taktischen Ansatz. Die Spielercharaktere werden mit einer Herausforderung konfrontiert, die sie lösen müssen. Das beinhaltet nicht nur Kämpfe, sondern soziale Interaktion oder das Vorbereiten einer Mission und auch das Beschaffen von Informationen. Um einen Beitrag für den Karneval zu schreiben, finde ich es immer hilfreich Beispiele zu haben, die mich vielleicht auf ganz andere Ideen bringen. Deshalb will ich folgend mal ein paar Fragen aufwerfen, die entweder  für einen Artikel übernommen werden können oder einem auf einen Gedanken bringen, den man vertextlichen kann.

Bei einigen Rollenspielen ist die Charakterentwicklung zentraler Bestandteil. Wie gehe ich bei der Erschaffung eines Charakters vor? Habe ich schon den großen Helden vor Augen bevor ich überhaupt das Abenteuer beginne oder passe ich ihn an den Erfordernissen des Abenteuers an? Übertragen auf die Gruppe: Spreche ich mich mit den anderen Spielern ab, wenn es beispielsweise um die Abdeckung von Fähigkeiten wie z.B. Wissensgebieten o.ä. geht? Und wie darf man untereinander kommunizieren? Innerhalb des Kampfes in Pathfinder sind nur wenige Wörter oder Sätze erlaubt, wie setzt man also vielleicht komplexe Manöver um? Ist die Kommunikation auf der Metaebene erlaubt? Wie sieht es mit der Nutzung von Zetteln oder Handynachrichten aus?

Und wie ist die Meinung der Spielleiter dazu?

Spielleiter haben höchstwahrscheinlich auch eine Methode, wie sie ein Abenteuer oder eine Kampagne planen. Wie halte ich meine Spieler auf Trab? Und welche Überlegungen sollte ich anstellen, wenn ich eine komplexe Welt erschaffen will? Gut, das beste Abenteuer taugt nichts, wenn die Spieler einfach kein Interesse für den Inhalt haben. Wie lautet Plan B, wie bringe ich Spieler dazu etwas zu machen und sollte man das überhaupt?

Nicht zu vergessen sind die kleinen Hilfsmittel wie der Bodenplan und Miniaturen; setze ich sie ein und wenn, wie? Welche Hilfsmittel zur Darstellung von Begegnungen nutze ich ansonsten oder stattdessen?

Das sind alles Dinge, die man mit Strategie und Taktik im Rollenspiel assozieren kann (und es gibt noch mehr). Was mich aber auch interessiert, sind Probleme. Spieler sind immer mit Problemen in Form von Quests, Aufgaben oder Rätseln konfrontiert. Gibt es mehr als eine Lösungsmöglichkeit, können die jeweiligen Ansätze unterschiedliche Konsequenzen haben: Ein Dilemma. Baut man dies manchmal gezielt in seine Abenteuer ein? Oder gibt es gar Systeme, die auf solchen Entscheidungen aufgebaut sind?

Auch die Geschichte des Rollenspiels ist interessant. War Games sind die Ursprünge vieler Rollenspiele und vielleicht hat der eine oder andere noch ein Exemplar der Chainmail Regeln bei sich rumliegen oder hat es selbst gespielt und kann etwas über die Entwicklung der Strategie von den damaligen Regeln bis zu den jetzigen Regelsystemen sagen. Und wie unterstützen Regeln überhaupt strategisches und taktisches Handeln, stehen sie dem gegenüber oder fördern sie es sogar?

Dieses Thema ist auch durchaus geeignet ein System an sich vorzustellen. Welche Systeme kommen für einen Einsteiger infrage, der Spaß daran hat, sich erst einmal vorzubereiten, bevor er auf eine Mission geht, welche Systeme bieten viele Möglichkeiten Begegnungen zu gestallten, auf welche Art sind diese vielseitig und wie läuft eine Begegnung überhaupt ab?

Ich hoffe, dass viele mit diesem Thema etwas anfangen können und würde mich über zahlreiche Beiträge freuen, die eine eigene Interpretation der Worte Strategie und Taktik im Rollenspiel zum Inhalt haben oder vielleicht einen genannten Aspekt weiter ausführen.

Ihr könnt eure Artikel, die an dem Karneval teilnehmen sollen, entweder zu diesen Beitrag verlinken, dann bekomme ich es per Trackback mit, oder ihr schreibt hier oder im Forum einen Kommentar mit Link oder #RSPKarneval auf Twitter, mal sehen, ob wir es zu einem Trend schaffen 😉

Teilnehmer:

Chaotisch Neutral – Über die Kunst des Krieges
Chaotisch Neutral – Vom Kriege
Chaotisch Neutral – Der Fürst
RPGnosis – Entscheidungen auf Charakter- und Spielerebene
1W6 – Angemessene Herausforderung, Gegnerstärke und Taktik
Engors Dereblick – Von Frontschweinen und Meisterstrategen
hoch ist gut – Taktik im Rollenspiel
Alles ist Zahl – Taktik im Rollenspiel – Drei Beispiele
De Malspöler – Taktik im Rollenspiel
D6 Ideas – Unknown Mobile Suit – Zeonische Streitkräfte und Strategie im Wandel der Zeit
D6 Ideas – Dämonische Massenvernichtungswaffen bei The Red Stars

Den wohl kürzesten Beitrag hat Sal von W6 vs. W12 via Twitter eingereicht. Ich erlaube mir, ihn in voller Gänze wiederzugeben:

Nachgereicht:
Richtig Spielleiten! – Taktik im Rollenspiel
Greifenklaue – GKpod #48 Strategie und Taktik


19 Gedanken zu „Strategie und Taktik im Rollenspiel“

    1. Vielen Dank für den zweiten Artikel, ich hoffe auch, dass da noch was kommt. Ich schreibe aber auch noch an einem Beitrag, also werden zumindest dann insgesamt vier 🙂

  1. Das Karneval-Thema ist verdammt spannend – gerade was die Quellen von Taktik angeht. Im NIP’AJIN Spielbericht zum GRT¹ habe ich etwas dazu beschrieben, wie das Würfelsystem und klare Spieltisch-Regeln die Taktik beeinflussen – und damit Taktik reinbringen, ohne viel von der Spielwelt zu beschreiben. Taktik kann damit mindestens aus der Spielwelt kommen (Boni durch passende Beschreibung – im EWS normalerweise im Bereich ±3), aus definierten Fähigkeiten und Komplikationen (Werte und explizite Fähigkeiten) und der Spieltischebene (Bennies, NIP’AJIN Wahl der Würfel, FATE-Punkte, …).

    ¹: http://1w6.org/blog/drak/2015-03-28-gratisrollenspieltag-karlsruhe-nipajin

    1. aus dem NIP’AJIN Artikel: „die Entscheidung zwischen guter Initiative oder starkem Würfel brachte ohne viel Aufwand eine eigene Taktische Dimension rein. Dass je nach Würfelnutzung alle zwei oder drei Handlungen ausgesetzt werden musste, wurde auch viel verwendet.“

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