Halloween 2015

Was Halloween angeht bin ich eigentlich geteilter Meinung. Dieses Süßes oder Saures ist nicht so meins. Aber wenn man es aus der Warte betrachtet, dass die Konsumgesellschaft dem Horror Genre einen ganzen Tag widmet, finde ich es gar nicht mal so schlecht.

Grund genug, mal einen Blick zu riskieren und zu kucken was andere Rollenspielblogger zu dem Thema meinen. Da möchte ich als erstes den Eskapodcast nennen. Folge #9 befasst sich mit dem Thema Grusel & Horror im Rollenspiel (nebenbei bemerkt sind die beiden darauffolgenden Episoden sehr cthuloid angehaucht!). Ein anderer Beitrag zum Thema erschien kürzlich auf dem Dungeon Mastering Blog. Nachreichen möchte ich auch noch ein Beitrag von Dungeons Deep & Caverns Old über die Dreierregel für Horror Settings.

Was ich mich frage, kann man Angst, Horror oder Grusel im Rollenspiel überhaupt erzeugen? Die Spieler dürften sich ja zur jeder Zeit bewusst sein, dass sie nur ein Spiel spielen und allenfalls ihre Charaktere einer Bedrohung ausgesetzt sind. Allerdings dürfte sich auch jedem Kinogänger erschließen, dass er einen (Horror-) Film  sieht und trotzdem kann er sich gruseln. Also liegt es an den Spielern, in wie weit sie sich darauf einlassen.

Eine Möglichkeit ist, seine Spieler mit ihren persönlichen Ängsten zu konfrontieren. Das hört sich wie eine Therapie an, gemeint ist nicht das Ausnutzen von Phobien, das würde sicher auch wenig Spaß bei dem Betroffenen auslösen und um Spaß geht es ja im gemeinsamen Spiel. Vielmehr geht es um Schilderungen von Orten, an denen man nicht gerne ist. Ob es nun ein glitschiger Tümpel unter der Erde ist, den man Durchqueren muss, oder ein düsterer Wald voller Spinnweben und Insekten.  Ich glaube, es ist dabei wichtig nicht zu konkret zu werden. Lass ich meine Gruppe auf eine furchtbar entstellte Leiche treffen, erzeuge ich wohl weniger Furcht, sondern spreche den investigativen Ermittler im Spieler an.

Spannung zu erzeugen ist wichtiger als der Versuch die Spieler zu gruseln. Denn nur wenn ich ein Abenteuer spannend erzähle und das Abenteuer auch spannend ist, können Spieler stellenweise voll in die Geschichte eintauchen. Mit erzählen, meine ich tatsächlich erzählen. Stimmlage, das Tempo und die Lautstärke kann man gerade in Momenten wo es drauf ankommt, einsetzen.  In diesen Zusammenhang können auch Effekte sinnvoll sein. Eine schaurige Musik, unverhofftes Knarzen, ein Schrei, alles wunderbar unter einer Bedingung: Schnell und unbemerkt. Muss ich als DM erst einmal das richtige Soundfile auf dem Rechner suchen oder funktioniert die Fernbedienung erst nach fünfmal drücken, ist es zwar nett aber muss auch nicht sein. Man sollte die Macht von solchen Effekten nicht überschätzen, manchmal reicht auch eine flackernde Kerze oder ein Totenschädel auf dem Tisch 🙂


2 Gedanken zu „Halloween 2015“

  1. Horror oder Grusel im Rollenspiel zu erzeugen ist nicht immer eine leichte Angelegenheit, aber für mich gehört es einfach dazu.
    Ich finde es gelingt am besten, so wie du es schon geschrieben hast, mit gezielter Spannung. Wenn die Ängste und Sorgen der Abenteurer aufgegriffen werden, taucht die Runde meist ganz in die Geschichte ein.

    Hilfreich finde ich nicht nur Kerzen oder Deko auf dem Tisch, sondern auch ein verdunkeltes Zimmer und das rechtzeitige ausschalten / unterbinden von störenden Geräuschen, wie z.B. Kugelschreiber klickern.

  2. Hey danke für den Kommentar 😉

    Teilweise spielen wir im Keller, die Atmosphäre ist dann schon anders. Störende Geräusche sind wirklich ein Problem, die können auch auftauchen, wenn man mit Laptop bzw. anderen technischen Hilfsmitteln spielt (Lüfter). In unseren Pathfinder Runden hat sich das irgendwie durchgesetzt, dort finde ich es aber auch nicht schlimm. Cthulhu leite ich ganz Old School nur mit Papier und Stift 🙂

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