Verflucht und zugenähte alte Säcke – Eine Zusammenfassung

Alte Säcke

Der letzte Karneval hatte das Thema Alte Säcke und wurde vorgeschlagen von der Zeitzeugin, die jetzt auch nen alten Sack neuen Blog hat. Nun sind die alten Säcke aber zugenäht und es geht mit einem verflucht tollen Karneval weiter: Verwunschen, verzaubert, verflucht von Nerd-Gedanken!

Alte Säcke!? Ich musste da auch erst einmal überlegen. Mir fiel aber nach relativ kurzer Zeit d6ideas mit Beutelschneider ein: Beutel = Säcke, war für mich eine nicht gewagte Assoziation. Und mit Alter und Altern in Beutelschneider gab es dann auch einen Beitrag, der eine Regelung für Beutelschneider beinhaltete. Ganz unverblümt hatte ich die Überschrift geklaut und meinen Beitrag auch Alter und Altern (diesmal) in Pathfinder genannt. d6ideas setzte dann noch einen drauf. Mit alternatives Alter und Altern in Beutelschneider gab er noch eine Variation der vorgenannten  Regel.

Bleiben wir aber vorerst bei den physischen Säcken. Auf Gedankenkompost wurde Fradriks Beutel des zufälligen Besitzes vorgestellt. Ein Beutel deren Inhalt mehrheitlich vielleicht Unfug sein mag, aber die Sammelwut einiger Helden repräsentiert und ein witziges Element an einem Spieleabend sein kann. Dazu gab es noch eine Zufallsliste für Schrott in Erdfall.
Engors Dereblick hatte mit dem Beitrag Wider dem Jugendwahn lieb gewonnene aber leider fast vergessene Charaktere aus DSA ins Gedächtnis gerufen. Auch wenn ich mit den Namen nichts anfangen kann (Hab DSA nie gespielt), ist die Idee dahinter schön und ich erinnere mich auch gerne an alte Säcke (Elminster, Halaster, Volo usw. 😉 ).
Abgerundet wurde dieser fluffige und crunchige Teil des Karnevals von d6ideas, der einen Archetypen für D&D 5 vorstellte, namentlich den Veteran, einen alten Kämpfer. Der Beitrag ist auf englisch und ich werde meine Ideen zur Übertragung in Pathfinder auch noch beitragen.

Alte Säcke und der Karneval: Daraus bot sich an, einen Beitrag zu machen. 5 Jahre Karneval der Rollenspielblogs hieß der Artikel auf Richtig Spielleiten! und gab einen Rückblick auf die Anfänge des Forums, des Blogs und des Karnevals von jemanden, der seit Beginn dabei war.
Ich hatte mit Happy Birthday Karneval der Rollenspielblogs! ebenfalls versucht den Weg des Karnevals nachzuzeichnen und mit einer kleinen Geschichte zum Rollenspiel wollte ich einen kleinen fun fact zum Rollenspiel liefern. Nämlich die Hexenjagd auf Pen&Paper in den USA der 80er wegen der angeblichen Jugendgefährdung.
Auf Tilting my World hingegen berichtete Orakel über seine Erfahrungen in der Community, d.h. ein Blick von innen auf die Gesamtheit.  Von storiesandcharacters wurde im Forum angeregt, doch einmal über den persönlichen Einstieg und die eigenen Erfahrungen zu schreiben. Vorweg gab es auf Nerd-Gedanken mit Früher war alles besser – nope! einen Beitrag, der der Idealisierung vergangener Zeiten durchaus etwas entgegenzusetzen hat. Früher war eben auch vieles schlechter, es sind persönliche Erfahrungen, die den Unterschied machen. Zumindest bleibt festzuhalten, dass früher vieles anders war.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie es denn früher war, kamen drei weitere Beiträge hinzu. Spiele im Kopf feierte nicht nur den Geburtstag seines Blogs sondern auch drei Dekaden mit Würfeln, Stift und Papier, oder zumindest mit Rollenspielen. Abenteuerspielbücher waren sein Augenöffner fürs Hobby. Ich würde diese Bücher auch gerne mal ausprobieren, werde es aber vermutlich erst mit dem Renteneintrittsalter verwirklichen :). Es gab aber bei Spiele im Kopf noch mehr als Abenteuerspielbücher. Ähnlich wie bei Greifenklaue. Auch er blickte zurück und zwei Überschneidungen fielen mir auf: DSA und Rollenspielläden. Für mich war DSA nie ein Thema, einfach weil ich es nicht kannte und mit D&D anfing, und Läden spielten für mich anfangs auch keine Rolle, und später eine eher untergeordnete. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich viel später mit dem Hobby angefangen hatte als die beiden. Was ich aber beeindruckend fand, dass der Landkreis Helmstedt ein eigenes Wiki mit 2.100 Beiträgen hat ;). Dort verlinkte die Klaue einiges und zeichnete einen Weg seiner Geschichte nach.
Orakel beschrieb in seinem zweiten Beitrag seinen Werdegang hin zum Rollenspieler, auch hier ein ganz persönlicher Eindruck, allerdings später was die Jahreszahl als auch das Alter im Gegensatz zu den beiden vorgenannten betrifft.
Auch einen Rückblick, wenn auch einer aus schreibender Sicht, gab d6ideas mit dem Karneval der Archive. In diesem Beitrag ließ er thematisch noch einmal seine Artikel Revü passieren und saß dabei alleine im Archiv.

Das war also der Karneval im Monat Dezember 2016. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei allen Teilnehmer bedanken, bei den Leser und natürlich bei Michael Jaegers für das Logo!  Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass so viele Beiträge zusammenkommen würden, immerhin ist der Dezember mitunter etwas stressig. Es sind allerdings 15 Beiträge geworden, finde ich ganz schön gut. Thematisch dürfte auch für jeden etwas dabei gewesen sein. Ich hatte zumindest meinen Spaß und hoffe, ihr auch!

Happy Birthday Karneval der Rollenspielblogs

Alte Säcke

Happy Birthday! Der Karneval der Rollenspielblogs ist fünf Jahre alt geworden. Der Blechpirat hat auf seinem Blog Richtig Spielleiten! schon einen Ein- und Rückblick auf die Geschichte des Karnevals geliefert. Doch was ist eigentlich der Karneval und gibt es Zahlen? Ja, ich liebe Zahlen 🙂

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Rollenspielkarneval eigentlich nichts anderes als ein Blogumzug ist, so wie ihn vermutlich viele Blogger kennen. Kleine Besonderheit hier ist, dass er monatlich stattfindet und nur Rollenspielblogs daran teilnehmen bzw. der Artikel einen Rollenspielbezug haben muss. Das englischsprachige Pendant dazu ist der RPG-Carnival, der bereits seit August 2008 tourt.

Das man dieses Konzept in die deutschsprachige Community übertragen hat, ist wohl spielleiten und den Mitgliedern des RSP-Forums zu verdanken. Das Logo geht dabei auf Annika von den Teilzeithelden zurück.

Das ursprüngliche Karnevalslogo
Das ursprüngliche Karnevalslogo
Alternatives Karnevalslogo
Alternatives Karnevalslogo

Wie man aber noch sehen wird, gibt es Variationen beim Logo. Die Anpassungen wurden von den einzelnen Organisatoren der Karnevale vorgenommen oder auch von den einzelnen Teilnehmern und sind wirklich schick. Das zum 5-jährigen wurde von Michael L. Jaegers erstellt.

Wer mit den Gedanken spielt, einmal mitzumachen, dem sei dieser Foren-Post empfohlen. Bislang gab es 61 Umzüge mit 32 Organisatoren und hunderte Beiträge! Wer waren die Organisatoren? Kleine Gedächtnisstütze:

Die Organisatoren

Die meisten Karnevale hat dabei Spiele im Kopf organisiert, insgesamt fünf mal übernahm er die Orga.

Mit jeweils vier Orga-Spenden teilen sich
Clawdeen, d6ideas, Greifenklaue und die Zeitzeugin den 2. Platz.

Mit jeweils drei Themen bewiesen
Neue Abenteuer, Richtig Spielleiten und Zornhau
ihr Organisationstalent und zweimal hielten

Bjørn Jagnow, De Malspöler (Herzliches Rollenspiel), HârnMaster, Jaegers.net, Nerd-Gedanken und die Teilzeithelden sowie mit diesem Karneval meine Wenigkeit
den Karneval auf Kurs.

Jeweils einmal übernahmen
Bombshell, Drømte mig, Engors Dereblick, Felis, Hoch ist gut, Ludus Leonis, Mad-Kyndalanth, Malfeas, Mondbuchstaben, Nandurion, Roachware, spielleiten, storiesandcharacters, Tagschatten, w6vsw12, Weltenbau Wissen und ZauberFerne
das Ruder.

Roboter, Golems und Kunstwesen
Roboter, Golems und Kunstwesen, Oktober 2015 von Clawdeen

 

Über die fünf Jahre sind viele Blogs verwaist. Ich werde sie hier nicht auflisten, denn es besteht ja immer noch die Möglichkeit, dass sie wieder reaktiviert werden, allerdings gibt es einige Blogs überhaupt nicht mehr:

In Gedenken an

Das Herzliche Rollenspiel
Der Blog von Bjørn Jagnow
HârnMaster.de

Die Organisation

Die Organisation des Karnevals läuft über das RSP-Blogs Forum, was für Themenfindung und Diskussionen sehr praktisch ist. RSP-Blogs ist dabei die Seite für deutschsprachige Rollenspielblogs und Aggregator eben dieser. Gefühlt sind dort alle Rollenspielblogs angemeldet. Letztendlich hilft es auch ungemein bei der Vernetzung, als Aggregator werden die neusten Posts auf die Startseite von RSP-Blogs katapultiert und man hat immer etwas zum Lesen. Daneben gibt es auch den Twitter Account und eine FB Seite.
Neben dem offiziellen Twitter Account gibt es auch noch RSP-News mit zusätzlichen Links zu englischsprachigen Blogs. Eine lebhafte Community hat sich auch auf G+ angesammelt und Nerdpol liefert Termine von Streams auf Youtube. Übrigens Youtube: Dort gab es mal eine dem Karneval ähnliche Aktion: Das Vlogtaculum. Leider wurde diese Aktion im August 2015 eingestellt.
Um Karnevalsthemen besser auf Twitter und eventuell G+ zu filtern, bietet sich der Hashtag RSPKarneval = #RSPKarneval an.

Auswüchse der Wissenschaft, Mai 2016 von Nerd-Gedanken
Auswüchse der Wissenschaft, Mai 2016 von Nerd-Gedanken
Begleitaktionen

Der Karneval hat so einiges hervorgebracht. Im Februar 2015 zum Beispiel. 10 Dinge war das Thema, ausgerichtet von Greifenklaue. Dieser Karneval hat zur Parallelaktion 10 Dinge zum 10. geführt. Greifenklaue und Würfelheld führen daneben nicht nur den Winter- OPC (One Page Contest) sondern auch die RPG-Blog-O-Quest durch.
Einige Karnevale haben danach auch noch Begleitaktionen veranstaltet. Loot-a-Day fand zusammen mit dem August 2016 Karneval Geld, Gold und Schätze, ebenfalls von Greifenklaue statt. Ein Jahr zuvor, nämlich im August 2015, gab es den Karneval zum Thema Artefakte organisiert von Spiele im Kopf, die Begleitaktion war Artefact-a-Day.

Daneben gibt es einige andere Blogaktionen. #RPGaDay ist so eine. Aber auch größere Aktionen, die zwar nichts mit dem Bloggen an sich zu tun haben, dennoch eine wirkliche Bereicherung für die ganze Szene sind. Der Gratisrollenspieltag zum Beispiel. Am 8. April 2017 ist es wieder soweit, also schon mal merken!

Was haltet ihr vom Karneval?

Einen Karneval will ich mal etwas genauer unter die Lupe nehmen, nämlich den im Dezember 2012. Das Thema war Karneval und organisiert hat ihn d6ideas. Dabei war das Thema nicht explizit der Karneval der Rollenspielblogs, dennoch gab es ein paar Beiträge, die sich damit beschäftigt haben.

De Malspöler schrieb einen schönen Artikel über Vernetzung, Themenfindung und Beteiligung beim Karneval. Teilweise musste ich schmunzeln, denn Trackbacks scheinen immer noch nicht überall angekommen zu sein, sehr doppeldeutig. Was Themenfindung und Beteiligung angeht, sieht es wohl vier Jahre später besser aus, vielleicht auch nicht. Ich habe mich für fast ein halbes Jahr so gut wie komplett aus dem Bloggen zurückgezogen und kann daher eher weniger mitreden. Auch was so in den Foren los war, weiß ich nicht wirklich.

In der Zusammenfassung zu diesem Karneval auf d6ideas klang öfter mal an, dass man konkretere Themen mochte:

Froschzeh: Was mich zu meiner These zurückbringt, dass Karnevalsthemen durch engeren Fokus besser werden. Sehr allgemeine Themen führen dann auch zu sehr allgemeinen Artikeln.
(Zum August Karneval 2012: Emotionen im Rollenspiel)

Dem kann ich mich persönlich anschließen, halte aber auch recht konkrete Themen mitunter für wenig ergiebig im Rollenspielkontext. Btw. gab es in dem Artikel von d6ideas auch eine schöne Revue des ersten Jahres.

Malspöler startete in seinem Artikel eine Umfrage. Ich würde diese Umfrage gerne vier Jahre später wiederholen. Es sind die gleichen Antworten und sie läuft auch annähernd zwei Wochen, würde mich freuen, wenn ihr daran teilnehmt und anderen davon erzählt.

Ein wichtiger Punkt fehlt noch: Wie kommt der Karneval eigentlich bei Euch Lesern an? Ich habe dazu, neben der Namensumfrage für die Con, eine weitere Umfrage aufgemacht. Auch Kommentare sind sehr erwünscht. “Dafür sind die meisten sicher eh wieder zu faul.“ Und an euch andere Karnevalsblogger: Bitte weist auf die Umfrage hin, damit wir ein umfassendes Stimmungsbild bekommen! Und stimmt nicht ab, damit das Ergebnis nicht verfälscht wird. “Du entwickelst nen kleinen Umfragentick. Das ist Dir schon klar oder? Wobei, so klein ist der nicht mehr.“

Wie findest Du den Karneval der Rollenspielblogs?
  • Coole Sache. Schaue ich mir gerne an und lese einiges. 45%, 9 Stimmen
    9 Stimmen 45%
    9 Stimmen - 45% aller Stimmen
  • Joa, ich lese mal hier und mal da was. 40%, 8 Stimmen
    8 Stimmen 40%
    8 Stimmen - 40% aller Stimmen
  • Interessiert mich kein Stück. 10%, 2 Stimmen
    2 Stimmen 10%
    2 Stimmen - 10% aller Stimmen
  • Nur, wenn auf meinen Lieblingsblogs Artikel kommen. 5%, 1 Stimme
    1 Stimme 5%
    1 Stimme - 5% aller Stimmen
  • Hä? Worum geht es? 0%, 0 Stimmen
    0 Stimmen
    0 Stimmen - 0% aller Stimmen
  • Geil! Ich lese immer alle Artikel. 0%, 0 Stimmen
    0 Stimmen
    0 Stimmen - 0% aller Stimmen
Abstimmungen insgesamt: 20
31. Dezember 2016 - 16. Januar 2017
Umfrage beendet
© Kama

Zum Schluss noch eine Auflistung aller Karnevale bis November 2016. Ich danke allen Organisatoren, Teilnehmern und Lesern dafür, dass sie unser gemeinsames Hobby bereichern und wünsche ein gesundes neues Jahr 2017!

Happy Birthday Karneval der Rollenspielblogs weiterlesen

Alter und Altern in Pathfinder

Dies ist ein Beitrag zum RSP-Karneval zum Thema Alte Säcke. Den Startbeitrag findet man hier und den Diskussionsthread im RSP-Blog Forum.

Das Alter des Spielcharakters in Pathfinder spielt eine Rolle! Ganz ehrlich gesagt, früher habe ich da mehr drauf geachtet, heute habe ich das mittlere Alter eines menschlichen SCs erreicht und sehe es eigentlich mehr als Altersdiskriminierung an. Wie bei allen Regeln, kann auch diese beachtet werden oder auch nicht. Eine Tabelle der Altersgrenzen der sieben Grundvölker findet man in der PRD.

In Pathfinder passiert es so gut wie nie, dass ein Spielercharakter an Altersschwäche stirbt, dabei gibt es hierzu jedoch eine Regel. Als Beispiel nehmen wir einen menschlichen SC. Hat der Charakter das ehrwürdige Alter von 70 Jahren erreicht, würfelt der DM zwei W20 und addiert das Ergebnis auf die 70 und erhält somit das maximale Alter des Charakters. Das Endergebnis bleibt für den Spieler natürlich geheim und der SC verstirbt im Jahr nach dem Erreichen des maximalen Alters. Eine hervorragende Regel, die nach meiner Einschätzung wohl so gut wie nie Anwendung fand und findet. Das Problem dabei ist nämlich, dass die körperlichen Attribute mit Eintreten in einen folgenden Lebensabschnitt sinken, sprich sobald der Charakter 35, 53 oder 70 Jahre alt wird, vermindert sich Stärke, Konstitution und Geschicklichkeit. Im Falle eines 70-jährigen um jeweils drei Punkte, im Gegenzug erhält er dafür nur einen Punkt auf Charisma, Weisheit und Intelligenz (Vorherige Abzüge wurden in diesem Beispiel bereits eingerechnet). Dies dürfte nur für einen auf Story bedachten Spieler interessant sein. Dann folgt aber noch das Würfeln für das maximale Alter, welches zwischen 72 und 110 liegt. Eine Kampagne oder Abenteuer müsste also eine ziemlich lange Ingame-Zeitspanne abdecken um jemanden an Altersschwäche sterben zu lassen. Alle Faktoren zusammen genommen sprechen also gegen das Ableben auf Grund des Alters. Zudem ist es fraglich, ob es in der Runde erwünscht ist, dass ein Held nach der Rast nicht mehr aufwacht.

Hat diese Altersregelung dann überhaupt einen Sinn? Ja, zwar werden die körperlichen Attribute vermindert, die geistigen werden aber erhöht. Im Alter zwischen 35 und 53 ist es ein Tausch von 1 zu 1, somit erhält man einen Abzug von jeweils eins auf Stärke, Konstitution und Geschicklichkeit gleichzeitig aber ein plus eins auf Charisma, Weisheit und Intelligenz. Dies kann für Magier, Priester, Barden oder andere Klassenkonzepte interessant sein. Man hat also die Möglichkeit noch ein bisschen mehr aus seinem Charakter zu holen.

 

Neues für Pathfinder

Karte Golarions
Karte Golarions Copyright by Paizo

Ab und an bekomme ich eine Mail von drivethrurpg mit einer Nachricht, dass ein PDF aktualisiert wurde. Übrigens einer der Vorteile, wenn man die Dateien kauft, sie werden geupdatet, kostenfrei. Nebenbei habe ich mich dann auch gleich mal umgesehen.

Aktualisiert wurde das Ausrüstungskompendium, es ist in der 2. überarbeiteten Auflage erschienen. Dabei habe ich gemerkt, dass ich länger nicht im Shop war, denn das Grundregelwerk ist schon in der 7. Auflage draußen und auch das erste Monsterhandbuch geht in die vierte Runde. Gestern neu erschienen Vermächtnis der Drachen, ein Handbuch mit neuen Archetypen und Blutlinien sowie geschuppte Verbündete und Reittiere. Für mich interessanter ist aber das Handbuch Waffenexperten, auch ab gestern zu erwerben. Passend dazu wurde bereits im September das Handbuch für Rüstungsexperten veröffentlicht. Diese beiden Bücher enthalten natürlich neue Archetypen, Methoden, die mehr aus den Waffen und Rüstungen rausholen sowie Gegenstände; Rüstung und Waffen vermute ich mal. Ich überlege noch, ob ich sie kaufe, schätze allerdings mal, dass die anderen Mitspieler diese bestimmt in unsere Regelwerksammlung aufnehmen möchten 😉

Und es gibt ein neues Goblin Abenteuer! Das vierte kostenfreie One-Shot, kann aber auch mit den anderen Abenteuern als Kampagne gespielt werden. Vier waren kleine Goblins. Habe die anderen Abenteuer zwar nur gelesen, fand es aber ziemlich lustig, vielleicht für eine kleine spaßige Runde zwischendurch. Was ich aber noch entdeckte, war ein kleiner Schatz. Das Pathfinder Kampfbuch zum Erwachen der Runenherrscher von Kai Otte ist für die DMs, die die gleichnamige Kampagne leiten. Enthalten sind alle Begegnungen mit Werten und Fähigkeiten der Gegner samt, und das ist das Gute, bereits ausgewürfelten TP und den Erläuterungen zu den Fähigkeiten. Das erleichtert die Vorbereitung immens. Bislang habe ich ein weiteres Kampfbuch gefunden, wäre ein Gewinn, wenn es zu jedem Abenteuerpfad so ein Buch geben würde.

Ich schaue mal, was ich mir zu Weihnachten selbst schenke…

Eine kleine Geschichte zum Rollenspiel

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Eigentlich hatte ich nicht vor diesen Artikel in der folgenden Form zu schreiben, er sollte etwas anders werden und er stand auch nicht ganz oben auf meiner Liste. Aber das ist ja das Schöne am bloggen: Man bleibt flexibel.

Vor ein paar Tagen begann ein neuer Monat und ein neuer Karneval der Rollenspielblogs. Ich habe den Startbeitrag geschrieben, noch einmal schnell drüber gesehen bevor ich ihn veröffentlichte. Später fielen mir dann ein paar Rechtschreibfehler auf, die ich korrigierte. Was mir nicht auffiel, war eine fragwürdige Formulierung. Fragwürdig deswegen, weil sie etwas als gegeben unterstellt, was nicht in meiner Kenntnis liegt.

Oder kennt Schlagzeilen wie gefährlich DSA für Jugendliche ist?

Ich habe DSA ausgestrichen und einen Platzhalter eingesetzt. Für den Hinweis danke ich Tagschatten. Ich will daraus auch keine große Sache machen, ich habe schon im Forum und unter seinem Kommentar geschrieben, dass ich dabei keine Hintergedanken hatte und ich nicht weiß, ob es solche Schlagzeilen gab. Warum ich DSA genannt habe? Ich wollte nicht immer auf D&D verweisen. Die Karnevalsteilnehmer spielen viele Systeme und ich habe gelernt, möglichst viele anzusprechen, wenn man viel Resonanz möchte. Ich hätte ebenso Shadowrun oder Cthulhu nennen können, mir ging es nicht um exakt diese Schlagzeile, sondern um eine derartige Schlagzeile und auch war es nicht auf Deutschland oder deutschsprachige Regionen beschränkt, wie es die Formulierung der Frage vermuten ließ, eben wegen DSA. Damit denke ich, dürfte die Sache in diesem Fall geklärt sein, wäre da nicht der Grund weswegen ich überhaupt auf die Jugendgefährdung als exemplarischen Vorwurf kam. Dass es in Deutschland in den Medien (Zeitungen, Bücher und Fersehen) in den 80ern und 90ern keine in der Form negative Berichterstattung über das Rollenspiel, Rollenspieler oder einzelne Systeme gab, kann ich allerdings widerlegen. Zumindest ein Artikel dürfte vielen Rollenspielern bekannt sein. Das es in den USA mannigfach stärkere Kritik gab, spielt eine gewisse Rolle.
Ich will hier nicht über die Qualität der Inhalte sprechen, es geht hierbei darum, dass es sie gab und es eine Meinung widerspiegelte, die durchaus nicht nur vereinzelnd existierte: Rollenspiele sind gefährlich.

Vor sechs Jahren schrieb ich einen Artikel über die sogenannten Killerspiele. Das Ganze fand vor dem Hintergrund eines Amoklaufs und dem sogenannten Killer-Spiele Killer aus der Sendung Stern TV statt (Beitrag von Stern TV war derzeit nicht mehr zu finden bzw. habe ich einen besseren Beitrag von Stefan Niggemeier verlinkt). Ich hatte damals einen Bogen zum Pen&Paper geschlagen, weil ich eigentlich aufzeigen wollte, dass sich Geschichte reimt. Dabei gab es Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede. Was aber auffiel, war das mediale Echo. Pen&Paper in den USA der 80er, Ego-Shooter im neuen Jahrhundert in Deutschland.

Die Geschichte

Am 9. Juni 1982 nahm sich Irving Pulling das Leben. Wenige Stunden vor seinem Tod soll er eine Runde D&D gespielt haben. Seine Mutter konstruierte einen Zusammenhang und war fest davon überzeugt, dass ein Fluch aus dem Spiel ursächlich für den Tod war. Ob sie dies im übertragenen Sinne meinte, sprich eine instabile Psyche bei ihrem Sohn vermutete und dieser dann zwischen Spiel und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden konnte, oder es tatsächlich so glaubte, kann ich nicht beantworten. Wichtig ist letztendlich auch nur, dass sie mit viel Medienwirkung einen Kreuzzug gegen D&D anfing. Der Todestag von Irving Pulling ist der Beginn der Schmutzkampagne gegen ein Hobby und reichte bis in die 90er.

Zuvor gab es etliche Selbstmorde von Jugendlichen, jeder ist tragisch, doch die Ursachen liegen wahrscheinlich nie in einem Spiel begründet. Ich möchte noch einen Fall herausgreifen. James Dallas Egbert III. Geboren und aufgewachsen in Dayton, Ohio besuchte er mit 16 das College. 1979, er war noch 16, verschwand er aus dem Wohnheim und wurde von der Polizei gesucht. Dieser Fall ist deswegen bemerkenswert, weil James Kommilitonen darauf hinwiesen, dass er Probleme mit dem Druck seiner Eltern hatte, er Drogen konsumierte und unter Depression litt. Doch wurde für das Verschwinden und seinen späteren Selbstmord D&D verantwortlich gemacht.
Als er einige Zeit später wieder auftauchte, konnte rekonstruiert werden, dass er in einem Tunnelsystem unter der Uni und mit Methaqualin im Blut (in dem Fall missbräuchlich verwendetes Malariamedikament) versucht hatte, sein Leben zu beenden.  Die Verbindung zum Rollenspiel kam dabei von Aussagen einiger anderer Studenten, die allerdings nur berichteten, dass einige Jugendliche das Tunnelsystem dafür nutzen würden, D&D eine Live-Komponente zu geben. Die Schlussfolgerung war für die Eltern und einem später hinzugezogenen Detektiv, dass D&D zum Realitätsverlust führt und auch für den Tod des Jungen verantwortlich ist. James starb an einer Entzündung einer Wunde, die er sich bei seinem dritten oder vierten Selbstmordversuch beigebracht hatte. Er wurde 17 Jahre alt.

Dieser Fall inspirierte Rona Jaffe zu ihrem Buch Mazes and Monsters, welches unter gleichen Titel für das amerikanische Fernsehen verfilmt wurde (Tom Hanks erste große Rolle). 1982 erschien er drüben und 1991 hatte er die deutsche Erstausstrahlung. Das Buch kenne ich nicht, es wurde auch nicht ins deutsche übersetzt, dafür habe ich den Film gesehen… mehrmals und ich mag ihn. Warum? Das wäre ein eigener Artikel. Allerdings rein filmisch ist er schlecht gemacht, inhaltlich ist der ganze Stoff mehr Fantasy als das Rollenspiel welches im Streifen gespielt wird. Der Film warnt nicht vor den Gefahren des Rollenspiels, aber liefert Bilder. Pen&Paper war zwar in Amerika sehr verbreitet, aber nur unter Jugendlichen. Eltern und besorgte Bürger sahen diesen Film und mussten sonst etwas denken, was in den Zimmern der Teenager vorgeht. Auch hierzulande.

Kommen wir aber zurück zu Irving Pulling bzw. zu seiner Mutter Patricia Pulling. Es ist verständlich, dass man nach dem Selbstmord seines Kindes nach Antworten sucht und vielleicht auch Schuldige ausfindig machen will. Jeder hat seine Art Trauer zu bewältigen. Im Fall Pulling versteifte sie sich darauf, dass Dungeons & Dragons ihren Sohn getötet hat. Sie gründete eine Initiative genannt BADD (Bothered About Dungeons & Dragons / Besorgt wegen Dungeons & Dragons). Sie warf dem Spiel (nur Auszugsweise) Hexerei, Voodoo, Satanische Rituale und Nekromantie vor. Untersützung fand sie bei den konservativen Christen in Amerika daneben scharrten sich besorgte Eltern und Angehörige verstorbener Teenager um sie. Aber auch wissenschaftlicher Beistand erfolgte in Form von Dr. Thomas Radecki, Gründer der Nationalen Koalition gegen Gewalt im Fernsehen. Die Glaubwürdigkeit dieses Mannes, der immer mal wieder negativ auffiel und derzeit im Gefängnis sitzt, wurde bereits 1985 leicht angekratzt, als er einen Brief aus dem Buch Mazes and Monsters als Beleg dafür anführte, wie gefährlich Rollenspiel sei.

Ein kleiner Ausschnitt aus 60 Minutes, CBS 1985

Patricia Pulling veröffentlichte auch Schriften, mit denen sie ihre Meinung verbreitete, meist hatten sie Flugblatt- oder Broschürencharakter, allerdings schrieb sie auch ein Buch The Devils Web welches in deutsch 1990 unter dem Titel Das Teufelsnetz (ISBN 978-3882248364) erschien und ihre Sichtweise zum Rollenspiel wiedergab.

Situation in Deutschland

In Deutschland war die Situation anders. Es wurde nicht in der Form wie in den USA über Pen&Paper berichtet. Mögliche Ursachen für die zurückhaltende Presse mag schlicht eine wesentlich geringere Verbreitung von Rollenspielen, geringere Selbstmordrate unter Jugendlichen in den 80ern in Deutschland, kein Einfluss von stark christlichen Gemeinschaften oder einfach ein anderes Verständnis von dem was ein Spiel verursachen kann und was nicht, sein. Was ich allerdings sagen kann ist, dass es in dem Blatt Erwachet! im Jahre 1982 anscheinend ein Bericht mit dem Titel „Dungeons and Dragons“ – ein gefährliches Unterhaltungsspiel gab. Erwachet! ist ein regelmäßig erscheinendes Blatt der Zeugen Jehovas, damals noch kostenpflichtig. Eine zweite Quelle für diesen Bericht konnte ich auf die Schnelle nicht ausfindig machen, persönlich halte ich die Seite jedoch für glaubwürdig. Der Artikel ist wohl eine Übertragung aus dem amerikanischen Schwesterblatt Awake!, zumindest fußt er auf der amerikanischen Ausgabe des Rollenspiels (D&D erschien erst 1983 auf deutsch). Die Vorwürfe gegen das Spiel sind ähnlich denen von Patricia Pulling.

Es gibt sicherlich noch mehr, ich füge in der Linkliste weitere mögliche Quellen an, die ich aber nicht gesichtet habe. Um auf den Anfang meines Post zu kommen: Das war die Intention meiner o.g. Frage, ob man derartige Schlagzeilen kennt, um einfach etwas über eine skurrile Geschichte des Rollenspiels zu berichten.

Linktipps und Linkliste
  • Der Pulling Report von Michael A. Stackpole aus dem Jahre 1990. Stackpole Autor und Spielentwickler und nahm sich 1990 der Casa Pulling an. Er fasste die Ereignisse im Pulling Report zusammen und ging auf einzelne Vorwürfe der BADD ein. Nur auf englisch abrufbar.
  • Fantasy-Rollenspiel – Gefahren und Chancen. Ein Vortrag von Dr. Jeannette Schmid, Uni Heidelberg (jetzt Frankfurt), für den Realschullehrerverband und der VHS Schwäbisch- Hall aus dem Jahr 1995. Dieser Vortrag ist sehr objektiv und sehr gut. Heute ist es mitunter schwer Quellen zu finden oder zu verifizieren, daher sind Schriftstücke aus der Zeit interessant, weil sie einen Einblick in die damalige Gegenwart gewähren.
  • The grat 1980s Dungeons & Dragons panic ist ein Bericht der BBC aus dem Jahre 2004. Eine Zusammenfassung der Ereignisse um BADD und ein Fall wie sich dies im UK auswirkte.
  • How We Won the War on Dungeons & Dragons von Annalee Newitz auf io9 aus dem Jahre 2014. Eine sehr persönliche Sicht auf das Thema von einer Spielerin der ersten Stunde.
  • Rollenspielstudien. Viele Quelle wurden hier über die Berichterstattung von Rollenspielen zusammengetragen, guter Ausgangspunkt für eigene Recherchen.
  • Drachen, D-Mark und Dämonen. Artikel aus der ZEIT aus dem Jahre 1984. Die großen Medien berichten recht neutral und gelassen über das Hobby. Danke für den Link an Greifenklaue.
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